multiluft - Lüftungskonzept
Empfehlungen für Modellwahl und Motorisierung

 

Größe der Filterflächen

Mit der Kochwärme steigen Schwaden und Wrasen nach oben; diese Thermik wird aber meist von Querströmungen und Turbulenzen im Raum gestört. Sogar die am Herd hantierende Hausfrau verursacht Luftwirbel und diese lenken die aufsteigenden Schwaden so ab, dass sie nicht mehr senkrecht, sondern schräg nach oben steigen; der Beweis dafür kann in jeder Küche nachvollzogen werden.

Wenn nun die Filterfläche der Dunsthaube keinen ausreichenden Überstand über die Kochzone hat, dann ziehen diese abgelenkten und schräg aufsteigenden Kochschwaden seitlich am Dunstabzug vorbei.

Wenn dagegen die Filterfläche größer als die Herdfläche geplant wurde, dann treffen auch abgelenkte, schräg aufsteigende Schwaden immer noch auf die „überstehende“ Filterfläche, wo sie sofort erfasst und abgesaugt werden können (deshalb gehört über den 60-er Herd eine 90-er Filterfläche und über die 90-er Kochzone eine 120-er Filterfläche).

Vor allem bei freihängenden Insel-Abzügen treten von allen Seiten her Querströmungen und Turbulenzen auf, welche die Kochschwaden zur jeweils anderen Seite hin ablenken; dies führt unweigerlich dazu, dass speziell bei Inseln mit kleinen Filterflächen die Schwaden deutlich sichtbar an der Abzugshaube vorbeiziehen.
Was aber in kleinen geschlossenen Küchen bis 12 m² kaum Ärger bringt (weil die Wrasen im geschlossenen Küchenraum bleiben und warten, bis sie von der Dunsthaube abgesaugt werden), das kann in großen oder offenen Küchen sehr schnell zum Problem werden, nämlich dann, wenn riechende Kochschwaden an der Filterfläche vorbeiziehen und in die offenen Wohnräume gelangen.


Wrasenablenkung durch Querströmung, Turbulenzen, Hauptluftstrom von Türe etc.
(je größer die Filterfläche, desto weniger Wrasen ziehen an der Dunsthaube vorbei !)


Insel-, Wand- oder Ecklösung?

Insel-Dunsthauben sind am wirksamsten, wenn die Filterfläche größer ist als die Herdfläche, wobei dieser Überstand nicht nur seitlich, sondern auch nach hinten und vorne gegeben sein sollte. Völlig falsch ist die Annahme, dass eine zu kleine Filterfläche durch stärkere Motoren ausgeglichen werden könnte. Genau das Gegenteil ist der Fall: höhere Laufstufen führen zwangsläufig auch zu steigenden Strömungs-Turbulenzen und diese wiederum bewirken einen zunehmend kräftigen Abprall-Effekt, der die Kochschwaden seitlich ablenkt und schräg aufsteigen lässt; ist die Filterfläche zu klein, dann ziehen diese schräg abgelenkten Wrasen am Dunstabzug vorbei.
Optimal geeignet sind großflächige Überkopf-Inselhauben, weil damit auch schräg aufsteigende Wrasen noch erfasst und von der Filterfläche aufgenommen werden können; gleichzeitig schafft der nach oben hin „über Kopf“ verlagerte Absaugeffekt einen so breitgefächerten Umgriff, dass auch die in den Raum entwichenen Wrasen noch erfasst und wieder in den Ansaugbereich der Dunsthaube zurückgeholt werden können. Tief im Blickfeld hängende Inselhauben haben wenig Umgriff in den Raum hinein, erreichen keine vagabundierenden Schwaden und beeinträchtigen die Kopffreiheit.

Wand-Dunsthauben bieten den Vorteil, dass zumindest von hinten her keine Turbulenzen und Querströmungen auftreten können. Das Risiko störender Verwirbelungen ist daher bei Wandhauben geringer als bei einer gleichgroßen freihängenden Inselhaube. Auch für Wand-Abzüge gilt: 90-er Haube für 60-er Herd bzw. 120-er Haube für 90-er Herd.

Multiluft-Tipp: Flächen-Grill, WOK und Dampfgarer sind in einem an der Wand stehenden Kochzentrum sinnvoller untergebracht als in der freistehenden Kochinsel (da vor der Wand keine Turbulenzen von hinten her auftreten können). Optimale Lüftungserfolge lassen sich über Grill und WOK vor der Wand auch mit Inselabzügen erreichen, die über Kopf positioniert und mit einem kurzen Verbindungskanal zur Wand hin angeschlossen werden.

Ecklösungen: hier erreichen Dunstabzüge ihre höchsten Wirkungsgrade; das Lüftungsgeschehen konzentriert sich auf einen engeren Öffnungswinkel, wobei die aus dem Raum zum Dunstabzug hinströmende Luft die Koch-Schwaden in der Ecke gefangen hält und immer wieder in den Ansaugbereich der Filterfläche zurück drängt.

Multiluft-Tipp: allzu wuchtige Eckessen können die gesamte Küchenplanung „erschlagen“; denken Sie daran, dass sich auch normale Wand- oder Inselabzüge wirkungsvoll in Ecklösungen integrieren lassen wie z.B. die runde Torus-Stufen-Insel TSI 61 von Homeier oder auch die dekorative Bord-Insel BID 72x65 (die „kleine“ mit der riesigen Filterfläche)


Luftleistung / Motorisierung

Die Wahl eines druckstarken Hochleistungs-Lüftermotors ermöglicht zunächst zwar einen hohen Luftdurchsatz, ob dies aber gleichbedeutend ist mit gutem Lüftungs-Erfolg und wohnbehaglicher Küchenlüftung, hängt überwiegend von ganz anderen Faktoren ab. Höchst fragwürdig ist z.B. das Verkaufsargument „1000 cbm/h Luft-Fördermenge“ immer dann, wenn nicht gleichzeitig vor dem gefürchteten „Lüftungskurzschluss“ gewarnt und auf mögliche Folgen hoher Fördermengen hingewiesen wird.

Fallbeispiel: wenn der Großteil hoher Luftfördermengen über die offene Tür aus dem Flur in die Küche geholt wird, auf direktem Wege, d.h. in Bodennähe zum Dunstabzug hinströmt und von dort ins Freie geblasen wird, dann bedeutet dies zwar hohen Luftdurchsatz, aber nicht den gewünschten Luftreinigungs-Effekt, weil hierbei nämlich die „falsche“ Luft befördert wird; die nach oben gestiegenen Kochschwaden und Gerüche werden überhaupt nicht in den Lüftungskreislauf mit einbezogenen und bleiben trotz höchster Lüfterleistung völlig unbehelligt im Raum stehen. Gleiches gilt, wenn die Luft über ein offenes Fenster oder die Terrassentüre in die Küche geholt wird. Auch dieser „Lüftungs-Kurzschluss“ transportiert die „falsche“ Luft und führt in der kalten Jahreszeit nur zur Wohnraum-Abkühlung, nicht aber zur Absaugung der oben im Deckenbereich konzentrierten Riechluft.

Multiluft-Hinweis: das Werbe-Argument der „hohen Strömgeschwindigkeit im Bereich der Randabsaugung“ kann in manchen Küchen sehr schnell zum Nachteil werden, wenn die Luft nicht allseitig-gleichmäßig, sondern überwiegend aus einer sehr konzentrierten Haupt-Nachschubrichtung zur Dunsthaube hinströmt (offene Türe oder Durchgang zum Wohnbereich). Unterhalb der Dunsthaube kommt es dabei nur teilweise zum Ansaug- und Mitnahme-Effekt, teilweise aber kommt es auch zum deutlich sichtbaren „Wrasen-Abprall-Effekt" und zwar auf der dem Hauptluftstrom gegenüberliegenden Seite.

Die eingangs bereits erwähnte Größe der Filterflächen ist mit einem weiteren wichtigen Vorteil für die Schwadenreinigung verbunden: der Fett-Abscheidegrad der verwendeten mehr-lagigen Metallfilter wird dann am besten genutzt, wenn die Strömgeschwindigkeit der Luft minimiert und dadurch die Verweildauer der Schwaden im Filtergestrick maximiert wird. Je mehr Filterfläche dann zur Verfügung steht, desto langsamer kann der Luftdurchsatz erfolgen. Zusätzlich erhöht sich mit der vergrößerten Filterfläche auch die „Standzeit“ der Filter und deren Reinigungsintervalle verlängern sich.


Hinweise zu Flächengrill / WOK / Friteuse

Solche Geräte erzeugen innerhalb weniger Minuten so hohe Schwadenmengen, dass für diesen kurzen Zeitraum eine wesentlich höhere Lüfterleistung erforderlich wäre als für den normalen Dauerbetrieb.

Hierzu ein einfaches Rechenbeispiel: Der Lüftermotor mit einer Stundenleistung von z.B. 600 cbm fördert 10 cbm pro Minute und für die Absaugung von 1 cbm braucht er demnach 6 Sekunden. Nun kann aber ein Grill in 6 Sekunden wesentlich mehr Raumluft „verräuchern“ als diesen einen cbm, weshalb der für tagtägliche Kochvorgänge bestens geeignete Lüftermotor für eine Grillparty plötzlich als zu schwach empfunden wird.

Merke: für solche Bedarfsfälle ist weniger ein großer, extra-starker Motor gefragt, als vielmehr zwei möglichst laufruhige Normal-Motoren (allerdings nicht in der Form wie bei manchen „zweimotorigen“ Dunsthauben, deren Druckleistung im allgemeinen weit hinter den erforderlichen Werten und Erwartungen zurückbleibt, sondern mit einem echten, parallel geführten Zweitmotor, der separat angesteuert wird. Wichtig ist dabei vor allem, die Lüftermotoren nicht hintereinander mit einer einzige Abluftleitung anzuschließen, sondern möglichst von 2 Stutzen aus mit 2 parallelen Abluftleitungen nebeneinander zu fahren!)

Multiluft-Tipps:
1.) Flächengrill, WOK oder Friteuse sollten wegen ihrer extremen Rauch- und Wrasenbildung stets mittig unter der Dunsthaube und nicht außen angeordnet werden; dadurch wird die Gefahr verringert, dass Grill-Schwaden seitlich an der Dunsthaube vorbeiziehen. Eine ideale Planungsvariante besteht z.B. darin, 30-er Kochzonen zu wählen und diese dann rechts und links vom mittigen Grillfeld anzuordnen.
2) bei Grill, Wok oder Friteuse sollte, wann immer möglich, eine großflächiger Überkopf-Dunstabzug geplant werden (Überstand über die Kochfläche nicht nur recht und links, sondern vor allem auch nach vorne und hinten !
3) es sollte ggf. ein zweiter laufruhiger Extern- oder Außenwandmotor vorgesehen werden, der getrennt schaltbar ist; so kann die Lüfterleistung für den jeweiligen Kurzzeitbedarf individuell hochgefahren werden, Für den Dauerbetrieb aber in der kleinen Laufstufe bleibt das Lüftergeräusch angenehm ruhig und mit der reduzierten Abluftmenge wird auch der Heizwärmeverlust gering gehalten.

 

Information Abluft / Umluft

Abluftbetrieb: Der Kochdunst wird vom Lüfter abgesaugt und über die Abluftleitung entweder direkt ins Freie oder in einen Luftkamin geleitet. Der entstehende Unterdruck in der Küche bewirkt, dass geruchsfreie Frischluft aus Nebenräumen oder von draußen nachströmt. Die Geruchsbeseitigung wird beim Abluftbetrieb nicht durch Filterung, sondern durch Luftaustausch erreicht.

Umluftbetrieb: Die Wrasen werden nicht aus der Küche abgesaugt, sondern im Raum umgewälzt; dabei durchlaufen sie die Filter der Umluft-Dunsthaube. Während dieser Umwälzung bleibt die vorhandene Raumluft im Umluft-Kreislauf mengenmäßig voll erhalten, da hier im Gegensatz zum Abluftbetrieb die Kochluft nicht entnommen und ausgetauscht, sondern gefiltert wird.

Geräusch-Problematik: die in Umluftgeräten eingesetzten Kohlefilter bewirken einen Strömungswiderstand; dadurch wird die Lüfterleistung reduziert und der Geräuschpegel vor allem in den kleinen Laufstufen kann ansteigen und sich dabei zunehmend dem Geräusch der großen Laufstufe nähern. Durch diese Abnahme der akustischen Wahrnehmbarkeit des Laufstufen-Unterschiedes entsteht der irrige Eindruck, es würde nur noch eine einzige Laufstufe funktionieren. Dazu folgender Hinweis: auch wenn in solchen Fällen der Unterschied zwischen den Laufstufen nicht mehr hörbar ist, lässt sich die elektrische Funktion der Stufenschaltung mit einer ganz einfachen elektrischen Prüfung nachweisen (Stromaufnahme/Spannungsabstufungen messen zwischen den Laufstufen).


Abluft braucht Zuluft

Wenn zu wenig Frischluft nachströmt, sinkt die Lüfterleistung und der Luftaustausch verschlechtert sich. Der Zuluft-Mangel kann zur Drehzahl-Erhöhung und “Null-Förderung“ des Motors führen und dies führt wiederum zu stärkerer Geräuschentwicklung.
Von entscheidender Bedeutung ist, auf welchem Wege die Zuluft in die Küche geführt wird. Gelangt sie beispielsweise durch eine geöffnete Türe in den Küchenraum, dann strömt sie aus thermischen Gründen nicht oben im Deckenbereich, sondern unten in der Bodenzone zur Dunsthaube hin; das aber ist der falsche Weg, weil in Bodennähe keine Kochschwaden anzutreffen sind. Nur wenn die Zuluft oben im Deckenbereich einströmt, und zwar parallel zur Decke, dann kann sie die mit der Kochwärme nach oben gestiegenen Wrasen mitreißen und in den Ansaugbereich der Dunsthaube zurückbringen.


Luftförderleistung

Die erforderliche Luftförderleistung richtet sich im allgemeinen nach der Größe der Wohnküche. In unserem Lieferprogramm werden daher für nahezu jeden Bedarf passende Dunsthauben in vielen Bauformen und unterschiedlichsten Motorisierungen angeboten. Neben den streng nach lufttechnischen Kriterien konzipierten klassischen oder großflächigen Formen finden für Küchen bis 12 qm auch Designgeräte mit kleineren Filterflächen immer mehr Zuspruch.

Multiluft-Tipp: schon von Planungsbeginn an auf die lufttechnischen Modell-Unterschiede achten und stets den für die jeweilige Wohnsituation vorteilhafteren Dunstabzug selbst dann empfehlen, wenn der Endkunde gänzlich andere Modell-Vorstellungen hat. Wird dann trotz lufttechnisch begründeter Empfehlung dennoch ein zu kleiner oder zu schwacher Dunstabzug gewählt, kann daraus zumindest kein Beratungsfehler abgeleitet werden.


Luftmengen-Berechnung
: Für private Küchen wird im Abluftbetrieb eine sechs- bis zwölffache Luftwechsel-Rate pro Stunde empfohlen. Dies bedeutet, daß die Raumluft innerhalb einer Lüftungsstunde sechs- bis zwölfmal ausgetauscht / erneuert werden sollte. Folgende Regel ist eine der Grundlagen für die Wahl der Luftförderleistung:

Rechenbeispiel:
geschlossene Wohnküche 20 m²
Raumhöhe 2,50 m
Küchenfläche x Raumhöhe (20 m² x 2,5 m) ergibt ein Raum-Luft-Volumen von 50 m³.
12 Luftwechsel erfordern somit eine Nennleistung von 600 m³/h

Merke: je mehr Wrasen bereits bei den ersten Luftwechseln erfasst werden (z.B. durch eine große Filterfläche), desto weniger Luftwechsel sind erforderlich und daraus ergibt sich als Fazit: meist reicht bereits die kleine Laufstufe und außerdem kann die Dunsthaube dann früher wieder abgeschaltet werden.

Multiluft-Tipp:die errechnete Luftleistung sollte bereits im Dauerbetrieb, d.h. in den kleinen und damit leiseren Laufstufen erreicht werden; die große Laufstufe (Intensivstufe) nicht für den Dauerbetrieb, sondern nur bei hohem Wrasenanfall für die schnelle Absaugung zuschalten! Merke: auch hier haben breite Filterflächen den wichtigen Vorteil, dass deren größerer Stauraum mehr Wrasen aufnehmen kann als dies in der gleichen Zeit eine kleine Filterfläche schafft


Sicherheits-Hinweis
(offener Kamin, Beistellherd etc.)

Bei gleichzeitigem Betrieb einer Abluft-Dunsthaube und einer raumluftabhängigen Feuerstätte (offener Kamin, Gas- oder Kohleheizgeräte, Durchlauferhitzer etc.) ist Vorsicht geboten; dies gilt auch dann, wenn sich z.B. der offene Kamin nicht in der Küche, sondern in einem entfernten anderen Raum der Wohnung befindet!
Grundsätzlich gilt: in allen vorgenannten Fällen ist Kontakt mit dem zuständigen Schornsteinfeger aufzunehmen und zu klären, welche Maßnahmen er fordert.

Beispiele: Fenster-Kontakt-Schaltung (Dunsthaube läuft nur, wenn vorher ein Fenster gekippt wird) oder separater Zuluft-Motor (sobald der Abluftmotor eingeschaltet wird, bläst ein separater Lüfter von außen Zwangs-Zuluft in den Raum. Allerdings sind dieser Methode nicht nur im Winter deutliche Grenzen gesetzt, zumal die Kaminkehrer mehr und mehr dazu übergehen, für die Abluftleistung einer Dunsthaube die gleich hohe Menge an Zwangs-Zuluft zu fordern, d.h. für 650 cbm/h Abluft müssen zeitgleich 650 cbm/h Zuluft in den Wohnraum geblasen werden. Da solche Zuluft-Mengen in der kühlen Jahreszeit vorgeheizt werden müssten, erfordert dies einen relativ hohe und zusätzlichen Kosten- und Montageaufwand.
Hinweis: immer seltener werden von den Schornsteinfegern sog. Tandem-Mauerkästen für „Abluft mit Zuluft“ akzeptiert (näheres dazu auch unter „Aktuelles“).


Beratungs-Details

Querschnitts-Reduzierung

Weisen Sie stets darauf hin, dass durch Querschnittsverjüngung, lange Abluftwege oder mehrere Bögen sowohl Leistungsverluste als auch Geräuscherhöhungen eintreten können. Der Vermerk in der Auftragsbestätigung könnte lauten:

"Bauseits nur 100-er Anschlussmöglichkeit gegeben (oder nur 125-er); lufttechnisch vorteilhaft aber wäre ein größerer Anschluss-Querschnitt; auf die zu erwartende Leistungminderung/Geräuscherhöhung wurde hingewiesen." oder

"Aus baulichen Gründen bzw. weil vom Architekten gefordert, konnte nicht der kurze und damit optimale Abluftweg zur nächsten Außenwand genommen werden, sondern es musste ein längerer Abluftweg mit zusätzlichen Bögen gewählt werden. Auf die zu erwartende Leistungsminderung/Geräuscherhöhung wurde hingewiesen" (das gilt ganz besonders für Geräte mit internen Motoren!)

Müssen aus baulichen Gründen zwei 125-er Abluftanschlüsse mittels eines Luftsammler-Hosenstücks auf einen 150-er Durchmesser zusammengefasst werden, dann sollte dies stets ansaugseitig, d.h. vor dem Lüftermotor passieren (in diesem Bereich wirkt sich eine Querschnittsreduzierung weniger leistungsmindernd aus als auf der Ausblasseite des Motors). Auch jede sonstige Querschnitts-Verjüngung in der Abluftleitung sollte stets vor dem Motor ansaugseitig und nicht ausblasseitig erfolgen.

Ideal geeignet für die Zusammenführung von zwei 125-er Leitungen auf nur einen Lüftermotor ist z.B. der saugstarke und geräuscharme Wandlüfter WL 725 von Homeier (geeignetes Multiluft-Zubehör: „HOSE 4“ (2x125 auf 1x150)).


Filterflächen-Überstand

Die Bedeutung des seitlichen Überstands der Abzugshaube über die Herdfläche hinaus wurde eingangs bereits ausführlich erläutert, ebenso die Abhängigkeit eines raschen Lüftungserfolgs von der Größe des Ansaugbereichs (wobei es nicht auf hohe Strömgeschwindigkeiten ankommt). Wird im Gegensatz dazu ein lufttechnisch weniger geeignetes Modell gewählt, könnte ein diesbezüglicher Vermerk des Händlers in der Auftragsbestätigung z.B. lauten: "Aus optischen Gründen bzw. aus Platzmangel etc. wurde eine Dunsthaube mit kleiner Filterfläche und ohne Überstand gewählt; die lufttechnische Auswirkung wurde erläutert."

Multiluft-Tipp: wenn für die Überkopf-Lüftung ein Dunstabzug mit großer Filterfläche und allseitigem Überstand gewählt wird, dann kann die Luftleistung des Motors in der Regel niedriger gehalten werden; allerdings mit folgender Ausnahme: Flächengrill, WOK bzw. Friteuse bedingen einen zwar nur kurzfristigen, dennoch aber extrem hohen Wrasen- und Schwadenanfall, dem oftmals mit der normalen Lüfterleistung nicht mehr beizukommen ist; hierfür sollten dann zumindest kurzfristig zusätzliche Leistungs-Reserven zur Verfügung stehen. Siehe dazu die Erläuterungen oben im Absatz „Flächen-Grill / WOK / Friteuse“. Vermerkt werden sollte es in der AB, wenn der empfohlene stärkere oder ein zweiter Motor nicht akzeptiert wurden.


Wahl des Lüftermotors

Bei absolut gleicher Nennleistung erreichen Außenwandlüfter im allgemeinen höhere Absaugmengen als die gleichstarke Zwischenlüfter-Version (während Zwischenlüfter ihre Kraft „splitten“ müssen und sowohl saugen als auch schieben, können Außenlüfter am Ende der Abluftleitung ihre ganze geballte Kraft auf das „saugen“ konzentrieren.
Speziell für längere Abluftwege oder bei abgewinkelter Kanalführung eignen sich daher externe, ziehende Lüftermotoren besser als der im Dunstabzug eingebaute schiebenden Intern-Motor.
Falls anstelle des empfohlenen externen oder Außenwandlüfters nur ein interner Motor akzeptiert wurde, sollte dies in der AB vermerkt werden wie z.B.: aus baulichen Gründen (z.B. Denkmalschutz oder Ablehnung seitens des Architekten) durfte der planerisch erforderliche, stärkere Außenmotor nicht verwendet werden; auf die auf die zu erwartende Leistungminderung/Geräuscherhöhung wurde hingewiesen.


Abluft braucht Zuluft

Wann immer möglich, sollte eine senkrechte, geradlinige Leitungsführung nach oben zum Dach vermieden werden. Herkömmliche Kondenswasser-Abscheider ohne Auslaufschlauch bieten nur unzureichenden Schutz gegen evtl. auftretendes Schwitzwasser. Empfehlenswert ist nach Möglichkeit ein seitliches Verziehen der Leitung (50-80 cm genügen bereits), um dadurch den klassischen „Schwitzwasser-Sack“ zu erhalten, bevor die Abluftleitung senkrecht nach oben geführt wird (dabei auf „weiche“ Bögen achten, wobei der nach oben führende zweite Bogen einige cm tiefer liegen muss als der erste Bogen, damit sich in der „Talsohle“ evtl. Schwitzwasser sammeln kann).

Kondenswasser-Abscheider mit Auslaufschlauch sind vorteilhaft, weil die Flüssigkeit entweder zurück in die Dachhaut oder in einen Behälter geleitet werden kann, wo sie verdunstet. Fragen Sie bei Multiluft nach KOWA 125-S / KOWA 150-S.

Multiluft-Tipp: lassen Sie die eigentliche Dachdurchführung im Hinblick auf Wärme-Isolation und Feuchtigkeitsschutz nur durch Fachbetriebe ausführen.

Von der Verwendung sog. Lüftungsziegel ist dringend abzuraten, da der Austrittsquerschnitt der Luftschlitze/Löcher meist viel zu klein ist und daher hohe Leistungsverluste bedingt (solche Ziegel sind meist nur für die Hinterlüftung der Dachhaut bestimmt, nicht aber für den hohen Luftdurchsatz einer Küchenlüftung!)

Auch „Dunstrohr-Aufsätze“, wie sie im Baumarkt erhältlich sind, wurden nicht für die Küchenabluft konzipiert, sondern einzig und allein für die Entlüftung der Haus-Abwasserrohre. Deren aufgesetzte Regenhüte bzw. die seitlichen Lamellen verengen zum einen den Ausblasquerschnitt, zum anderen aber stellen sie ein so starkes Strömungshindernis dar, dass durch den entstehenden Rückstau Leistungsverluste bis zu 40% auftreten können.

Lufttechnisch ideale Dachausgänge lenken den Luftstrom weich nach außen und sind sicher gegen Schlagregen und Treibschnee (fragen Sie Multiluft nach den Dachdurchführungen DDF ... bzw. dem Dachausgang DAG). Falls Dachausgänge vom Spengler vor Ort gebaut werden sollen, ist nach Möglichkeit ein den Luftstrom teilender Innenkegel oder ein V-förmiger Luftstromteiler vorzusehen (Abluft seitlich weich umlenken, damit im Ausblasbereich kein Leistungsverlust durch Rückstau entsteht!).

Weitere Infos:

 

 

 

 

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