Größe
der Filterflächen
Mit
der Kochwärme steigen Schwaden und Wrasen nach oben;
diese Thermik wird aber meist von Querströmungen und
Turbulenzen im Raum gestört. Sogar die am Herd hantierende
Hausfrau verursacht Luftwirbel und diese lenken die aufsteigenden
Schwaden so ab, dass sie nicht mehr senkrecht, sondern schräg
nach oben steigen; der Beweis dafür kann in jeder Küche
nachvollzogen werden.
Wenn nun die Filterfläche der Dunsthaube keinen
ausreichenden Überstand über die Kochzone
hat, dann ziehen diese abgelenkten und schräg aufsteigenden
Kochschwaden seitlich am Dunstabzug vorbei.
Wenn
dagegen die Filterfläche größer als
die Herdfläche geplant wurde, dann treffen auch
abgelenkte, schräg aufsteigende Schwaden immer noch auf
die „überstehende“ Filterfläche, wo
sie sofort erfasst und abgesaugt werden können (deshalb
gehört über den 60-er Herd eine 90-er Filterfläche
und über die 90-er Kochzone eine 120-er Filterfläche).
Vor
allem bei freihängenden Insel-Abzügen
treten von allen Seiten her Querströmungen und Turbulenzen
auf, welche die Kochschwaden zur jeweils anderen Seite hin
ablenken; dies führt unweigerlich dazu, dass speziell
bei Inseln mit kleinen Filterflächen die Schwaden deutlich
sichtbar an der Abzugshaube vorbeiziehen.
Was aber in kleinen geschlossenen Küchen
bis 12 m² kaum Ärger bringt (weil die Wrasen im
geschlossenen Küchenraum bleiben und warten, bis sie
von der Dunsthaube abgesaugt werden), das kann in großen
oder offenen Küchen sehr schnell zum Problem
werden, nämlich dann, wenn riechende Kochschwaden an
der Filterfläche vorbeiziehen und in die offenen Wohnräume
gelangen.

Wrasenablenkung
durch Querströmung, Turbulenzen, Hauptluftstrom von Türe
etc.
(je größer die Filterfläche, desto weniger
Wrasen ziehen an der Dunsthaube vorbei !)
Insel-,
Wand- oder Ecklösung?
Insel-Dunsthauben sind am wirksamsten, wenn
die Filterfläche größer ist als die Herdfläche,
wobei dieser Überstand nicht nur seitlich, sondern
auch nach hinten und vorne gegeben sein sollte. Völlig
falsch ist die Annahme, dass eine zu kleine Filterfläche
durch stärkere Motoren ausgeglichen werden könnte.
Genau das Gegenteil ist der Fall: höhere Laufstufen
führen zwangsläufig auch zu steigenden Strömungs-Turbulenzen
und diese wiederum bewirken einen zunehmend kräftigen
Abprall-Effekt, der die Kochschwaden seitlich
ablenkt und schräg aufsteigen lässt; ist die Filterfläche
zu klein, dann ziehen diese schräg abgelenkten Wrasen
am Dunstabzug vorbei.
Optimal geeignet sind großflächige Überkopf-Inselhauben,
weil damit auch schräg aufsteigende Wrasen noch erfasst
und von der Filterfläche aufgenommen werden können;
gleichzeitig schafft der nach oben hin „über Kopf“
verlagerte Absaugeffekt einen so breitgefächerten
Umgriff, dass auch die in den Raum entwichenen Wrasen
noch erfasst und wieder in den Ansaugbereich der Dunsthaube
zurückgeholt werden können. Tief im Blickfeld hängende
Inselhauben haben wenig Umgriff in den Raum hinein, erreichen
keine vagabundierenden Schwaden und beeinträchtigen die
Kopffreiheit.
Wand-Dunsthauben
bieten den Vorteil, dass zumindest von hinten her keine Turbulenzen
und Querströmungen auftreten können. Das Risiko
störender Verwirbelungen ist daher bei Wandhauben geringer
als bei einer gleichgroßen freihängenden Inselhaube.
Auch für Wand-Abzüge gilt: 90-er Haube für
60-er Herd bzw. 120-er Haube für 90-er Herd.
Multiluft-Tipp:
Flächen-Grill, WOK und Dampfgarer sind in einem an der
Wand stehenden Kochzentrum sinnvoller untergebracht als in
der freistehenden Kochinsel (da vor der Wand keine Turbulenzen
von hinten her auftreten können). Optimale Lüftungserfolge
lassen sich über Grill und WOK vor der Wand auch mit
Inselabzügen erreichen, die über Kopf positioniert
und mit einem kurzen Verbindungskanal zur Wand hin angeschlossen
werden.
Ecklösungen:
hier erreichen Dunstabzüge ihre höchsten Wirkungsgrade;
das Lüftungsgeschehen konzentriert sich auf einen engeren
Öffnungswinkel, wobei die aus dem Raum zum Dunstabzug
hinströmende Luft die Koch-Schwaden in der Ecke gefangen
hält und immer wieder in den Ansaugbereich der Filterfläche
zurück drängt.
Multiluft-Tipp:
allzu wuchtige Eckessen können die gesamte Küchenplanung
„erschlagen“; denken Sie daran, dass sich auch
normale Wand- oder Inselabzüge wirkungsvoll in Ecklösungen
integrieren lassen wie z.B. die runde Torus-Stufen-Insel TSI
61 von Homeier oder auch die dekorative Bord-Insel BID 72x65
(die „kleine“ mit der riesigen Filterfläche)
Luftleistung /
Motorisierung
Die
Wahl eines druckstarken Hochleistungs-Lüftermotors ermöglicht
zunächst zwar einen hohen Luftdurchsatz, ob dies aber
gleichbedeutend ist mit gutem Lüftungs-Erfolg und wohnbehaglicher
Küchenlüftung, hängt überwiegend von ganz
anderen Faktoren ab. Höchst fragwürdig ist z.B.
das Verkaufsargument „1000 cbm/h Luft-Fördermenge“
immer dann, wenn nicht gleichzeitig vor dem gefürchteten
„Lüftungskurzschluss“ gewarnt
und auf mögliche Folgen hoher Fördermengen hingewiesen
wird.
Fallbeispiel:
wenn der Großteil hoher Luftfördermengen über
die offene Tür aus dem Flur in die Küche geholt
wird, auf direktem Wege, d.h. in Bodennähe zum Dunstabzug
hinströmt und von dort ins Freie geblasen wird, dann
bedeutet dies zwar hohen Luftdurchsatz, aber
nicht den gewünschten Luftreinigungs-Effekt,
weil hierbei nämlich die „falsche“ Luft befördert
wird; die nach oben gestiegenen Kochschwaden und Gerüche
werden überhaupt nicht in den Lüftungskreislauf
mit einbezogenen und bleiben trotz höchster Lüfterleistung
völlig unbehelligt im Raum stehen. Gleiches gilt, wenn
die Luft über ein offenes Fenster oder die Terrassentüre
in die Küche geholt wird. Auch dieser „Lüftungs-Kurzschluss“
transportiert die „falsche“ Luft und führt
in der kalten Jahreszeit nur zur Wohnraum-Abkühlung,
nicht aber zur Absaugung der oben im Deckenbereich konzentrierten
Riechluft.
Multiluft-Hinweis:
das Werbe-Argument der „hohen Strömgeschwindigkeit
im Bereich der Randabsaugung“ kann in manchen Küchen
sehr schnell zum Nachteil werden, wenn die Luft nicht allseitig-gleichmäßig,
sondern überwiegend aus einer sehr konzentrierten Haupt-Nachschubrichtung
zur Dunsthaube hinströmt (offene Türe oder Durchgang
zum Wohnbereich). Unterhalb der Dunsthaube kommt es dabei
nur teilweise zum Ansaug- und Mitnahme-Effekt, teilweise aber
kommt es auch zum deutlich sichtbaren „Wrasen-Abprall-Effekt"
und zwar auf der dem Hauptluftstrom gegenüberliegenden
Seite.
Die
eingangs bereits erwähnte Größe der Filterflächen
ist mit einem weiteren wichtigen Vorteil für die Schwadenreinigung
verbunden: der Fett-Abscheidegrad der verwendeten mehr-lagigen
Metallfilter wird dann am besten genutzt, wenn die Strömgeschwindigkeit
der Luft minimiert und dadurch die Verweildauer der Schwaden
im Filtergestrick maximiert wird. Je mehr Filterfläche
dann zur Verfügung steht, desto langsamer kann der Luftdurchsatz
erfolgen. Zusätzlich erhöht sich mit der vergrößerten
Filterfläche auch die „Standzeit“ der Filter
und deren Reinigungsintervalle verlängern sich.
Hinweise zu Flächengrill
/ WOK / Friteuse
Solche
Geräte erzeugen innerhalb weniger Minuten so hohe Schwadenmengen,
dass für diesen kurzen Zeitraum eine wesentlich höhere
Lüfterleistung erforderlich wäre als für den
normalen Dauerbetrieb.
Hierzu ein einfaches Rechenbeispiel: Der
Lüftermotor mit einer Stundenleistung von z.B. 600 cbm
fördert 10 cbm pro Minute und für die Absaugung
von 1 cbm braucht er demnach 6 Sekunden. Nun kann aber ein
Grill in 6 Sekunden wesentlich mehr Raumluft „verräuchern“
als diesen einen cbm, weshalb der für tagtägliche
Kochvorgänge bestens geeignete Lüftermotor für
eine Grillparty plötzlich als zu schwach empfunden wird.
Merke:
für solche Bedarfsfälle ist weniger ein großer,
extra-starker Motor gefragt, als vielmehr zwei
möglichst laufruhige Normal-Motoren (allerdings
nicht in der Form wie bei manchen „zweimotorigen“
Dunsthauben, deren Druckleistung im allgemeinen weit hinter
den erforderlichen Werten und Erwartungen zurückbleibt,
sondern mit einem echten, parallel geführten Zweitmotor,
der separat angesteuert wird. Wichtig ist dabei vor allem,
die Lüftermotoren nicht hintereinander mit einer einzige
Abluftleitung anzuschließen, sondern möglichst
von 2 Stutzen aus mit 2 parallelen Abluftleitungen nebeneinander
zu fahren!)
Multiluft-Tipps:
1.) Flächengrill, WOK oder Friteuse sollten wegen ihrer
extremen Rauch- und Wrasenbildung stets mittig unter der Dunsthaube
und nicht außen angeordnet werden; dadurch wird die
Gefahr verringert, dass Grill-Schwaden seitlich an der Dunsthaube
vorbeiziehen. Eine ideale Planungsvariante besteht z.B. darin,
30-er Kochzonen zu wählen und diese dann rechts und links
vom mittigen Grillfeld anzuordnen.
2) bei Grill, Wok oder Friteuse sollte, wann immer möglich,
eine großflächiger Überkopf-Dunstabzug geplant
werden (Überstand über die Kochfläche nicht
nur recht und links, sondern vor allem auch nach vorne und
hinten !
3) es sollte ggf. ein zweiter laufruhiger Extern- oder Außenwandmotor
vorgesehen werden, der getrennt schaltbar ist; so kann die
Lüfterleistung für den jeweiligen Kurzzeitbedarf
individuell hochgefahren werden, Für den Dauerbetrieb
aber in der kleinen Laufstufe bleibt das Lüftergeräusch
angenehm ruhig und mit der reduzierten Abluftmenge wird auch
der Heizwärmeverlust gering gehalten.
Information
Abluft / Umluft
Abluftbetrieb:
Der Kochdunst wird vom Lüfter abgesaugt und über
die Abluftleitung entweder direkt ins Freie oder in einen
Luftkamin geleitet. Der entstehende Unterdruck in der Küche
bewirkt, dass geruchsfreie Frischluft aus Nebenräumen
oder von draußen nachströmt. Die Geruchsbeseitigung
wird beim Abluftbetrieb nicht durch Filterung, sondern durch
Luftaustausch erreicht.
Umluftbetrieb:
Die Wrasen werden nicht aus der Küche abgesaugt, sondern
im Raum umgewälzt; dabei durchlaufen sie die
Filter der Umluft-Dunsthaube. Während dieser Umwälzung
bleibt die vorhandene Raumluft im Umluft-Kreislauf mengenmäßig
voll erhalten, da hier im Gegensatz zum Abluftbetrieb die
Kochluft nicht entnommen und ausgetauscht, sondern gefiltert
wird.
Geräusch-Problematik: die in Umluftgeräten
eingesetzten Kohlefilter bewirken einen Strömungswiderstand;
dadurch wird die Lüfterleistung reduziert und der Geräuschpegel
vor allem in den kleinen Laufstufen kann ansteigen und sich
dabei zunehmend dem Geräusch der großen Laufstufe
nähern. Durch diese Abnahme der akustischen Wahrnehmbarkeit
des Laufstufen-Unterschiedes entsteht der irrige Eindruck,
es würde nur noch eine einzige Laufstufe funktionieren.
Dazu folgender Hinweis: auch wenn in solchen Fällen der
Unterschied zwischen den Laufstufen nicht mehr hörbar
ist, lässt sich die elektrische Funktion der Stufenschaltung
mit einer ganz einfachen elektrischen Prüfung nachweisen
(Stromaufnahme/Spannungsabstufungen messen zwischen den Laufstufen).
Abluft braucht Zuluft
Wenn zu wenig Frischluft nachströmt, sinkt die Lüfterleistung
und der Luftaustausch verschlechtert sich. Der Zuluft-Mangel
kann zur Drehzahl-Erhöhung und “Null-Förderung“
des Motors führen und dies führt wiederum zu stärkerer
Geräuschentwicklung.
Von entscheidender Bedeutung ist, auf welchem Wege
die Zuluft in die Küche geführt wird. Gelangt sie
beispielsweise durch eine geöffnete Türe in den
Küchenraum, dann strömt sie aus thermischen Gründen
nicht oben im Deckenbereich, sondern unten in der Bodenzone
zur Dunsthaube hin; das aber ist der falsche Weg, weil in
Bodennähe keine Kochschwaden anzutreffen sind. Nur
wenn die Zuluft oben im Deckenbereich einströmt, und
zwar parallel zur Decke, dann kann sie die
mit der Kochwärme nach oben gestiegenen Wrasen mitreißen
und in den Ansaugbereich der Dunsthaube zurückbringen.
Luftförderleistung
Die erforderliche Luftförderleistung richtet sich im
allgemeinen nach der Größe der Wohnküche.
In unserem Lieferprogramm werden daher für nahezu jeden
Bedarf passende Dunsthauben in vielen Bauformen und unterschiedlichsten
Motorisierungen angeboten. Neben den streng nach lufttechnischen
Kriterien konzipierten klassischen oder großflächigen
Formen finden für Küchen bis 12 qm auch Designgeräte
mit kleineren Filterflächen immer mehr Zuspruch.
Multiluft-Tipp:
schon von Planungsbeginn an auf die lufttechnischen
Modell-Unterschiede achten und stets den für
die jeweilige Wohnsituation vorteilhafteren Dunstabzug selbst
dann empfehlen, wenn der Endkunde gänzlich andere Modell-Vorstellungen
hat. Wird dann trotz lufttechnisch begründeter Empfehlung
dennoch ein zu kleiner oder zu schwacher Dunstabzug gewählt,
kann daraus zumindest kein Beratungsfehler
abgeleitet werden.
Luftmengen-Berechnung: Für private Küchen
wird im Abluftbetrieb eine sechs- bis zwölffache Luftwechsel-Rate
pro Stunde empfohlen. Dies bedeutet, daß die Raumluft
innerhalb einer Lüftungsstunde sechs- bis zwölfmal
ausgetauscht / erneuert werden sollte. Folgende Regel ist
eine der Grundlagen für die Wahl der Luftförderleistung:
Rechenbeispiel:
geschlossene Wohnküche 20 m²
Raumhöhe 2,50 m
Küchenfläche x Raumhöhe (20 m² x 2,5 m)
ergibt ein Raum-Luft-Volumen von 50 m³.
12 Luftwechsel erfordern somit eine Nennleistung von 600 m³/h
Merke:
je mehr Wrasen bereits bei den ersten Luftwechseln erfasst
werden (z.B. durch eine große Filterfläche), desto
weniger Luftwechsel sind erforderlich und daraus ergibt sich
als Fazit: meist reicht bereits die kleine
Laufstufe und außerdem kann die Dunsthaube dann früher
wieder abgeschaltet werden.
Multiluft-Tipp:die
errechnete Luftleistung sollte bereits im Dauerbetrieb,
d.h. in den kleinen und damit leiseren
Laufstufen erreicht werden; die große
Laufstufe (Intensivstufe) nicht für den Dauerbetrieb,
sondern nur bei hohem Wrasenanfall für die schnelle Absaugung
zuschalten! Merke: auch hier haben breite
Filterflächen den wichtigen Vorteil, dass deren größerer
Stauraum mehr Wrasen aufnehmen kann als dies in der gleichen
Zeit eine kleine Filterfläche schafft
Sicherheits-Hinweis
(offener Kamin, Beistellherd etc.)
Bei
gleichzeitigem Betrieb einer Abluft-Dunsthaube und einer raumluftabhängigen
Feuerstätte (offener Kamin, Gas- oder Kohleheizgeräte,
Durchlauferhitzer etc.) ist Vorsicht geboten; dies gilt auch
dann, wenn sich z.B. der offene Kamin nicht in der Küche,
sondern in einem entfernten anderen Raum der Wohnung befindet!
Grundsätzlich gilt: in allen vorgenannten Fällen
ist Kontakt mit dem zuständigen Schornsteinfeger
aufzunehmen und zu klären, welche Maßnahmen er
fordert.
Beispiele:
Fenster-Kontakt-Schaltung (Dunsthaube läuft
nur, wenn vorher ein Fenster gekippt wird) oder separater
Zuluft-Motor (sobald der Abluftmotor eingeschaltet
wird, bläst ein separater Lüfter von außen
Zwangs-Zuluft in den Raum. Allerdings sind
dieser Methode nicht nur im Winter deutliche Grenzen gesetzt,
zumal die Kaminkehrer mehr und mehr dazu übergehen, für
die Abluftleistung einer Dunsthaube die gleich hohe Menge
an Zwangs-Zuluft zu fordern, d.h. für 650 cbm/h Abluft
müssen zeitgleich 650 cbm/h Zuluft in den Wohnraum geblasen
werden. Da solche Zuluft-Mengen in der kühlen Jahreszeit
vorgeheizt werden müssten, erfordert dies einen relativ
hohe und zusätzlichen Kosten- und Montageaufwand.
Hinweis: immer seltener werden von den Schornsteinfegern
sog. Tandem-Mauerkästen für „Abluft mit Zuluft“
akzeptiert (näheres dazu auch unter „Aktuelles“).
Beratungs-Details
Querschnitts-Reduzierung
Weisen Sie stets darauf hin, dass durch Querschnittsverjüngung,
lange Abluftwege oder mehrere Bögen sowohl Leistungsverluste
als auch Geräuscherhöhungen eintreten
können. Der Vermerk in der Auftragsbestätigung
könnte lauten:
"Bauseits nur 100-er Anschlussmöglichkeit gegeben
(oder nur 125-er); lufttechnisch vorteilhaft aber wäre
ein größerer Anschluss-Querschnitt; auf die zu
erwartende Leistungminderung/Geräuscherhöhung wurde
hingewiesen." oder
"Aus
baulichen Gründen bzw. weil vom Architekten gefordert,
konnte nicht der kurze und damit optimale Abluftweg zur nächsten
Außenwand genommen werden, sondern es musste ein längerer
Abluftweg mit zusätzlichen Bögen gewählt werden.
Auf die zu erwartende Leistungsminderung/Geräuscherhöhung
wurde hingewiesen" (das gilt ganz besonders für
Geräte mit internen Motoren!)
Müssen aus baulichen Gründen zwei 125-er Abluftanschlüsse
mittels eines Luftsammler-Hosenstücks auf einen 150-er
Durchmesser zusammengefasst werden, dann sollte dies stets
ansaugseitig, d.h. vor dem
Lüftermotor passieren (in diesem Bereich wirkt sich eine
Querschnittsreduzierung weniger leistungsmindernd aus als
auf der Ausblasseite des Motors). Auch jede sonstige Querschnitts-Verjüngung
in der Abluftleitung sollte stets vor dem Motor ansaugseitig
und nicht ausblasseitig erfolgen.
Ideal
geeignet für die Zusammenführung von zwei 125-er
Leitungen auf nur einen Lüftermotor ist z.B. der saugstarke
und geräuscharme Wandlüfter WL 725 von
Homeier (geeignetes Multiluft-Zubehör:
„HOSE 4“ (2x125 auf 1x150)).
Filterflächen-Überstand
Die Bedeutung des seitlichen Überstands der Abzugshaube
über die Herdfläche hinaus wurde eingangs bereits
ausführlich erläutert, ebenso die Abhängigkeit
eines raschen Lüftungserfolgs von der Größe
des Ansaugbereichs (wobei es nicht auf hohe Strömgeschwindigkeiten
ankommt). Wird im Gegensatz dazu ein lufttechnisch weniger
geeignetes Modell gewählt, könnte ein diesbezüglicher
Vermerk des Händlers in der Auftragsbestätigung
z.B. lauten: "Aus optischen Gründen bzw. aus Platzmangel
etc. wurde eine Dunsthaube mit kleiner Filterfläche und
ohne Überstand gewählt; die lufttechnische
Auswirkung wurde erläutert."
Multiluft-Tipp:
wenn für die Überkopf-Lüftung ein Dunstabzug
mit großer Filterfläche und allseitigem Überstand
gewählt wird, dann kann die Luftleistung des Motors in
der Regel niedriger gehalten werden; allerdings mit folgender
Ausnahme: Flächengrill, WOK bzw. Friteuse
bedingen einen zwar nur kurzfristigen, dennoch aber extrem
hohen Wrasen- und Schwadenanfall, dem oftmals mit der normalen
Lüfterleistung nicht mehr beizukommen ist; hierfür
sollten dann zumindest kurzfristig zusätzliche Leistungs-Reserven
zur Verfügung stehen. Siehe dazu die Erläuterungen
oben im Absatz „Flächen-Grill / WOK / Friteuse“.
Vermerkt werden sollte es in der AB, wenn der empfohlene stärkere
oder ein zweiter Motor nicht akzeptiert wurden.
Wahl
des Lüftermotors
Bei absolut gleicher Nennleistung erreichen Außenwandlüfter
im allgemeinen höhere Absaugmengen als die gleichstarke
Zwischenlüfter-Version (während Zwischenlüfter
ihre Kraft „splitten“ müssen und sowohl saugen
als auch schieben, können Außenlüfter am Ende
der Abluftleitung ihre ganze geballte Kraft auf das „saugen“
konzentrieren.
Speziell für längere Abluftwege oder bei abgewinkelter
Kanalführung eignen sich daher externe, ziehende Lüftermotoren
besser als der im Dunstabzug eingebaute schiebenden Intern-Motor.
Falls anstelle des empfohlenen externen oder Außenwandlüfters
nur ein interner Motor akzeptiert wurde,
sollte dies in der AB vermerkt werden wie z.B.: aus baulichen
Gründen (z.B. Denkmalschutz oder Ablehnung seitens des
Architekten) durfte der planerisch erforderliche, stärkere
Außenmotor nicht verwendet werden; auf die auf die zu
erwartende Leistungminderung/Geräuscherhöhung
wurde hingewiesen.
Abluft
braucht Zuluft
Wann immer möglich, sollte eine senkrechte, geradlinige
Leitungsführung nach oben zum Dach vermieden werden.
Herkömmliche Kondenswasser-Abscheider ohne Auslaufschlauch
bieten nur unzureichenden Schutz gegen evtl. auftretendes
Schwitzwasser. Empfehlenswert ist nach Möglichkeit ein
seitliches Verziehen der Leitung (50-80 cm genügen bereits),
um dadurch den klassischen „Schwitzwasser-Sack“
zu erhalten, bevor die Abluftleitung senkrecht nach oben geführt
wird (dabei auf „weiche“ Bögen achten, wobei
der nach oben führende zweite Bogen einige cm tiefer
liegen muss als der erste Bogen, damit sich in der „Talsohle“
evtl. Schwitzwasser sammeln kann).
Kondenswasser-Abscheider mit Auslaufschlauch
sind vorteilhaft, weil die Flüssigkeit entweder zurück
in die Dachhaut oder in einen Behälter geleitet werden
kann, wo sie verdunstet. Fragen Sie bei Multiluft nach KOWA
125-S / KOWA 150-S.
Multiluft-Tipp:
lassen Sie die eigentliche Dachdurchführung im Hinblick
auf Wärme-Isolation und Feuchtigkeitsschutz nur durch
Fachbetriebe ausführen.
Von
der Verwendung sog. Lüftungsziegel ist
dringend abzuraten, da der Austrittsquerschnitt der Luftschlitze/Löcher
meist viel zu klein ist und daher hohe Leistungsverluste
bedingt (solche Ziegel sind meist nur für die Hinterlüftung
der Dachhaut bestimmt, nicht aber für den hohen Luftdurchsatz
einer Küchenlüftung!)
Auch „Dunstrohr-Aufsätze“,
wie sie im Baumarkt erhältlich sind, wurden nicht für
die Küchenabluft konzipiert, sondern einzig und allein
für die Entlüftung der Haus-Abwasserrohre. Deren
aufgesetzte Regenhüte bzw. die seitlichen Lamellen verengen
zum einen den Ausblasquerschnitt, zum anderen aber stellen
sie ein so starkes Strömungshindernis dar, dass durch
den entstehenden Rückstau Leistungsverluste bis
zu 40% auftreten können.
Lufttechnisch
ideale Dachausgänge lenken den Luftstrom weich
nach außen und sind sicher gegen Schlagregen und Treibschnee
(fragen Sie Multiluft nach den Dachdurchführungen DDF
... bzw. dem Dachausgang DAG). Falls Dachausgänge vom
Spengler vor Ort gebaut werden sollen, ist nach Möglichkeit
ein den Luftstrom teilender Innenkegel oder ein V-förmiger
Luftstromteiler vorzusehen (Abluft seitlich weich umlenken,
damit im Ausblasbereich kein Leistungsverlust durch Rückstau
entsteht!).
Weitere
Infos:

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